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FAQs - Häufig gestellte Fragen

Was soll ich lieber nehmen - einen Rattenbock oder ein Rattenweibchen?
Das kommt auf das Temperament des Halters an. Rattenweibchen sind kleiner und lebhafter,  lassen sich besser in eine Gruppe (Weibchen!) integrieren. Böcke werden größer, ruhiger und schmusiger. Kastraten kann man sowohl zu Weibchen als auch zu Böcken setzen, sie sind meist ruhig und vertragen sich mit allen. Auf jeden Fall sollte man keine Ratte allein halten. Es sollten mindestens zwei gleichgeschlechtliche Tiere sein. Ideal sind zwei Wurfgeschwister oder zwei ungefähr gleichaltrige Welpen.

Ab welchem Alter können Kinder eine Ratte als Heimtier haben?
Die Kinder müssen vernünftig sein und Verantwortung übernehmen können. Immer aber sollten die Eltern die Oberaufsicht führen. Idealerweise sollte das Kind 12 Jahre alt sein, aber auch manche 6-Jährigen können schon liebevoll und sorgsam mit Ratten umgehen, besonders, wenn sie den Umgang mit Kleintieren gewöhnt sind. Bei der Käfigreinigung, Pflege und Fütterung müssen die Eltern aber helfen.

Riechen Ratten unangenehm?
Manche Leute sagen, Ratten riechen nach Honig. Unsere Farbratten haben einen leicht süßlichen, würzigen Eigengeruch, wie eigentlich alle Lebewesen einschließlich Pflanzen mehr oder weniger duften. Bei regelmäßiger Säuberung des Käfigs und der Umgebung "riechen" die Ratten nicht. Das Baden der Ratten ist nicht nötig, da sie sich häufiger noch als Katzen putzen. Manche Ratten mögen aber Wasser und planschen gern in einer mit Wasser gefüllten flachen Schale. Es soll auch schon Heimtierratten gegeben haben, die mit ihrer Halterin in die Badewanne stiegen. Wanderratten sind gute Schwimmer und lieben die Nähe des Wassers.

 

Ätherische Öle (Parfüm, Räucherstäbchen) sind schädlich für die Atemwege der Ratten (ähnlich wie bei Katzen).

Werden Ratten stubenrein?
Im Prinzip ja. In der Natur haben die Ratten in ihrem Bau mehrere Räume, zum Schlafen, als Kinderstube, zur Vorratshaltung, als Toilette usw. Heimtierratten benutzen meist eine Ecke ihres Käfigs zu diesem Zweck. Stellt man eine dreieckige Nagertoilette oder eine Katzentoilette auf, gehen die Ratten nach einiger Zeit brav dort hin, um ihr "großes Geschäft" zu verrichten. Aber nicht alle Ratten tun es. Meist lernen sie es von anderen Ratten, oft schon von ihrer Mutter. Weibchen sind in dieser Hinsicht sauberer. Böcke markieren  nicht nur mit Urin, sondern manche, besonders ängstliche oder dominante, auch mit Kot. Auch Weibchen verlieren Urintröpfchen. Einige Ratten werden aber sehr sauber und markieren so gut wie gar nicht, sondern gehen auf eine im Rattenzimmer aufgestellte Toilette oder laufen in ihren Käfig. Kastraten markieren selten.

 

Die Nagertoiletten kann man mit nicht staubender Katzenstreu, Holz- oder Strohpellets, Papier etc. füllen. Sie müssen natürlich regelmäßig geleert werden. Es ist aber einfacher als den ganzen Käfig zu säubern.

Kann man mehrere Böcke zusammen halten?
Ja. Es ist durchaus möglich, 10 Rattenböcke in einem Rudel zu halten. Am besten ist es, Wurfgeschwister zu nehmen. Sie können zusammen spielen und toben und lernen, sich sozial zu verhalten. Es ist am einfachsten, junge Rattenböcke (ca. 6 - 8 Wochen alt) zusammen zu setzen oder zu älteren zu geben. Meist akzeptieren die alten und älteren Rattenböcke die Jungen, die noch keinen speziellen Eigengeruch haben. Ab einem Alter von ca. 4 Monaten wird es schwieriger, die jungen Böcke haben sich weiter entwickelt und fangen an, nach "Bock" zu riechen.

Ältere Böcke zusammenzusetzen erfordert viel Fingerspitzengefühl. Oft gelingt es gar nicht und man muß einen oder mehrere Böcke kastrieren lassen, wenn man keine Einzeltiere halten will.

 

Wie alt werden Ratten?
Das durchschnittliche Lebensalter einer Heimtierratte beträgt 2 Jahre. Manche werden nur 1 1/2 Jahre alt, andere 3 Jahre und mehr. Das sind aber Ausnahmen. Es wurde versucht, das Alter heraufzusetzen, indem man Wanderratten einkreuzte, weil man annahm, die wilden Verwandten unserer Farbratten würden länger leben. Es war aber ein Mißerfolg. Die Wildmischlinge lebten auch nicht länger. Bei den Nachkömmlingen kam aber oft die Schreckhaftigkeit und das scheue Wesen und manchmal die Bissigkeit (Angstbeißer) der Wildratten zum Vorschein, auch noch nach vielen Generationen.

Manche Leute behaupten, ihre Ratten seien 7 Jahre alt geworden. Bei eingehender Befragung stellt sich dann heraus, daß diese Leute selbst gar keine Ratten besessen hatten, sondern nur von Bekannten gehört hatten, daß jemand angeblich so eine alte Ratte gehabt hatte. Ob es Ratten gegeben hat, die 4 Jahre alt geworden sind, wagen wir auch zu bezweifeln. Meist handelt es sich hier um Vermittlungstiere, die angeblich schon 2 Jahre alt waren, als sie den Besitzer wechselten, und dann noch 2 Jahre bei ihrem neuen Halter lebten. Wahrscheinlich waren diese Ratten erst ein Jahr alt gewesen und wurden dann 3 Jahre alt.

Wenn man sich Ratten anschaffen möchte, sollte man damit rechnen, daß sie keine lange Lebensdauer haben. Sie bringen einem aber bei artgerechter Haltung sehr viel Freude in dieser kurzen Zeit. 

Rattenbock Orlando, 20 Monate alt:

Müssen Ratten vor einer Operationen nüchtern sein?
Ratten können nicht erbrechen, daher dürfen sie bis kurz vor der Operation noch Futter und Wasser bekommen. Bitte kein Mineralwasser mit Kohlensäure geben!

Meine Ratten sind ganz wild auf Zahnpasta. Ist das schädlich?
Zahnpasta enthält u. a. Geruchs- und Geschmacksstoffe, die auf Ratten anziehend wirken. Fällt ein Stück Zahnpasta auf den Boden, wird es sofort aufgeleckt. Ja selbst der Badezimmerteppich wird angeknabbert, damit auch nicht das letzte Bißchen übrig bleibt.  Zahnpasta enthält in den allermeisten Fällen auch Fluoride, was gut für den Zahnschmelz sein soll. Aber Vorsicht! In früheren Zeiten wurden Fluoride zur Bekämpfung und Vernichtung von Ratten, Schaben und anderem Ungeziefer benutzt. Fluroid ist also schädlich für Ratten! Selbst bei kleinen Kindern kann es verheerende Folgen haben, wenn sie eine Tube Zahnpasta aufessen. Bitte immer nur unter Aufsicht Kindern kleine Mengen Zahnpasta zum Zähneputzen anbieten oder eine fluoridfreie Zahnpasta verwenden.

In manchen Gegenden ist das Trinkwasser fluorisiert. Auch das ist schädlich für Ratten! Man sollte stattdessen in Flaschen abgefülltes, natürliches Mineralwasser, ohne Kohlensäure, natriumarm, geben. Es ist in jedem Supermarkt erhältlich. Das Wasserwerk am Ort gibt gern Auskunft über die Zusammensetzung des jeweiligen Trinkwassers. In einem bundesweiten Test stellte sich heraus, daß das Kieler Trinkwasser das beste in Deutschland ist. Hier ist also Flaschenwasser nicht notwendig.

Was sind Blumenkohlohren?
Manchmal findet man bei Ratten aus dem Zoohandel kleine pickelähnliche Verdickungen an den Rändern der Ohren. Sie ähneln Blumenkohlröschen. Diese Ratten bedürfen einer sofortigen Behandlung, denn hier handelt es sich um Milbenbefall, gegen den der Tierarzt gut wirksame Mittel verordnen kann. Ein unerfahrener Tierarzt wird behaupten, es handele sich um Granulome, deren Ursache er nicht kenne.

Ist Blutnase eine gefährliche Krankheit?
Die sogenannte Blutnase ist keine Krankheit, sondern ein Anzeichen für Stress oder Unwohlsein oder Erkrankung der Ratte. Das rote Sekret ist auch kein Blut, sondern eine Absonderung der Harder'schen Drüsen. Aufgrund des hohen Porphyrin-Gehaltes (Porphyrine sind Farbstoffe, nicht Blut!) ist das Sekret bei Ratten schwach rosa bis rot gefärbt. Infolge akuter Erkrankungen oder verschiedener anderer Faktoren tritt eine vermehrte Absonderung rötlich bis rot gefärbter Tränenflüssigkeit und Nasenschleimes auf. Bei hellen Tieren sieht man dies besonders gut. Bei dunkel gefärbten Tieren fällt es meist nicht auf, aber auch sie können eine vermehrte Sekretabsonderung haben. Man muß die Tiere beobachten. Manchmal ist es eine Allergie auf die Einstreu, manchmal Stress wegen Umzugs oder Veränderung im Rattenrudel oder eine Erkrankung. Sehr alte Tiere haben oft "rote" Augen und Nase. Sollte die übermäßige Sekretabsonderung nach einiger Zeit nicht von selbst verschwinden,  muß man den Tierarzt zu Rate ziehen.

   "Blutnase"

 

Was ist MC (Megacolon)?
Dies ist eine Darmerkrankung, deren Ursache noch nicht sicher erforscht ist. Sie tritt nicht sehr häufig auf. Wahrscheinlich hängt sie mit der Genetik zusammen und ist angeboren.  Einige Welpen bekommen im Alter von 4 - 6 Wochen, wenn sie nicht mehr gesäugt werden und feste Nahrung zu sich nehmen, einen sehr dicken Bauch und bleiben im Wachstum zurück. Der Dickdarm kann sich aufgrund einer Fehlentwicklung der Nerven nicht richtig zusammenziehen, um das verdaute Futter zum Darmausgang voranzutreiben, der Darminhalt kann also nicht ausgeschieden werden. Dadurch erweitert sich der Darm und der Stuhl wird umfangreicher und fester. Wenn die Ratten nicht behandelt werden, wird der Darm immer dicker, bis er platzt. 

Diese Erkrankung kommt häufig bei Ratten mit viel Weiß-Anteil vor, z. B. bei weißen, schwarzäugigen Ratten (black eyed white), Ratten mit einer Blesse (blazed Berkshire) oder Ratten mit wenigen farbigen Flecken (variegated).

In den USA wurde vor einigen Jahren zufällig ein älterer kastrierter Rattenbock mit Megacolon entdeckt. Er erhielt nur flüssiges und weiches Futter und zusätzlich ein pflanzliches Abführmittel (wie z. B. Dulcolax). Außerdem wurde er mit einem Medikament (Cisapride) behandelt, das die Darmkontraktionen fördert. Regelmäßig wurden der Bauch und die Gegend um den After herum massiert, so daß der Darm entleert werden konnte.  Das Tier konnte so mit einer speziellen Diät und Behandlung ein weitgehend normales Leben führen und wurde 18 Monate alt. 

Bei einem unserer Mitglieder lebte eine Rättin mit Megacolon. Das Tier hatte ein ganz liebes und munteres Wesen. Dank aufopfernder Fürsorge und Pflege (wie oben beschrieben) wurde es 9 Monate alt. 

Meistens erkennt man diese Krankheit zu spät, so daß keine Rettung mehr möglich ist und die Tiere sehr jung sterben bzw. euthanasiert werden müssen. Vermeiden kann man diese Krankheit nur, indem man Ratten mit dieser Veranlagung nicht verpaart.