farbschlaege

Auf dieser und den nächsten Seiten möchten wir einige Farben, Zeichnungen und Arten von Heimtierratten vorstellen.

Die Angaben sind zum Teil den Büchern "Ratten, Mäuse & Rennmäuse als Heimtiere" von Brigitte Rauth-Widmann, "Rat Health Care" von Debbie "The Rat Lady" Ducommun und "Rat Genetics", 1st Edition, 2003 (Zusammenstellung von AFRMA Rat & Mouse Tales) entnommen, zum Teil beruhen sie auf den Erfahrungen unserer langjährigen Rattenhalter/innen und Züchterinnen. Die Fotos sind Eigentum von Mitgliedern der IG Farbratten Berlin bzw. werden mit Einverständnis der Eigentümer veröffentlicht.

Weltweit gibt es über 50 Rattenarten, von denen die aus Asien eingewanderte Wanderratte (Braune Ratte, Norwegerratte, rattus norvegicus) als Stammmutter unserer Heimtierratte gilt. In manchen Sprachen gibt es keinen besonderen Ausdruck für Ratten, sie werden als Mäuse bzw. große Mäuse bezeichnet. Tatsächlich gehören die Ratten zur Familie der echten Mäuse (murinae), einer Unterfamilie der Mäuse (muridae). Diese gehören zur Ordnung der Nagetiere (rodentia).

Die Fellfarbe wild lebender Wanderratten ist  graubraun. Diese graue Tarnfärbung kann bei älteren Tieren und als Anpassung an die Umgebungstemperatur, also auch ohne züchterischen Einfluss, etwas variieren. Gelegentlich kommt es zu Mutationen (genetische Veränderungen). Durch Weiterzüchtung dieser Mutanten entstanden die Farbratten (Heimtierratten) in ihren verschiedenen Farbschlägen und Zeichnungen und Fellarten, ebenso die Dumboratten mit den seitlich gestellten Ohren. Letztere sind keine gewollte Züchtung, sondern entstanden gleichfalls durch Genveränderungen.  

Neben der Wanderratte gibt es die Hausratte (schwarze Ratte, rattus rattus). Sie ist kleiner und schlanker als die Wanderratte, meist sehr dunkel gefärbt und fast ausschließlich nachtaktiv. Die Hausratten kommen in Mitteleuropa nicht mehr sehr häufig vor und gehören zu den schützenswerten Arten. Unsere Farbratten werden mit dem lateinischen Namen rattus norvegicus domesticus bezeichnet.

Fotos mit Beispielen der Farbschläge

Das Fell von Ratten besteht aus feinem, wolligem Unterhaar und steiferen, längeren Grannenhaaren. Die Fellfarbe der Ratte entsteht durch das Pigment in ihrem Haar. Es gibt zwei Basispigmente, Eumelanin, das die schwarz/braune Farbe verursacht, und Phaeomelanin, das für die gelb/rote Farbe verantwortlich ist. Die Verteilung und Dichte dieser beiden Pigmente im gesamten Fell bewirkt die spezielle Farbe einer Ratte. Dieses hängt von verschiedenen Genen ab. Die natürliche Farbe der Wanderratte nennen wir Agouti (wildfarben). Auch unsere Heimtierratten gibt es in der Farbe Agouti, doch ist sie verschieden von der ihrer wilden Verwandten. Im Laufe der Jahre hat man die Heimtierratten mit einem viel rötlicheren und leuchtenderen Fell gezüchtet. Wilde Ratten sind grauer. Für das Agouti ist das einzigartige Muster des Fells charakteristisch. Jedes einzelne Haar ist nicht einfarbig, sondern dreifarbig gebändert. Alle Agoutis haben schwarze Augen.

(Foto: S. Flechsig)

Wie allgemein im Tierreich zu beobachten, treten auch bei den Wanderratten gelegentlich Weißlinge (Albinos) auf. Weil die betroffenen Tiere nicht in der Lage sind, bestimmte Farbstoffe (Melanine) zu bilden und in ihre Körperzellen einzulagern, sind ihre Haut und ihr Fell mattweiß. Gekoppelt mit der rein weißen Färbung tritt bei ihnen ein weiteres Merkmal auf: die roten Augen.

 

(Foto: S. Flechsig)

Dem Albinismus liegen so genannte Mutationen (spontane Veränderungen) des Erbmaterials zugrunde. Das heißt, das in einem Wurf neben ausgefärbten Tieren plötzlich auch ein Albino auftreten kann. Nicht nur weiße Nager mit roten Augen können durch Veränderungen im Erbgut spontan entstehen, sondern auch zahlreiche andere von der jeweiligen Wildfarbe (Agouti) abweichende Ausfärbungen wie beispielsweise Schwärzlinge oder Tiere mit rein weißem Fell, aber dunkel pigmentierter Iris. Es gibt auch Ratten mit zwei verschiedenfarbigen Augen.

   

  

Für unsere Heimtierratten gibt es verschiedene Standards, u. a. den amerikanischen (AFRMA), den englischen (NFRS) und den Bundesdeutschen Standard (RZV). Die Züchter der IG Farbratten Berlin halten sich vorwiegend an den englischen Standard. Da aber laufend neue Varianten entstehen, werden hier nur die häufigsten genannt. 

   Topaz

(Foto: S. Flechsig)

Zur Agouti-Gruppe gehören die Fellfarben: Agouti, English Blue Agouti, Lilac Agouti, Mink Agouti, Mink Agouti Pearl, Silver Fawn, Topaz.

Bei der Non-Agouti-Gruppe ist das einzelne Haar nicht gebändert, sondern einfarbig. Es gibt hier u. a. die Fellfarben: Black, Buff, Champagne, Chocolate, English Blue, Mink, Pearl.

 

Einige andere Varianten:

Silver Varieties: Silvered.

Shaded Varieties: Himalayan, Seal Point Siamese, Russian Blue Point Siamese, English Blue Point Siamese, Burmese.

  

von oben nach untern:

Burmese, Black Eyed Siamese, Black Eyed White (Ivory).

 

Black Eyed White (BEW) = Weiß mit schwarzen Augen
Pink Eyed White (PEW)  = Weiß mit roten Augen
Odd Eye = zwei verschiedenfarbige Augen.

Es gibt fast alle Farbschläge in Self (einfarbig) und Marked (mit Zeichnung).

 

Zu den New Varieties gehören auch die Husky-Ratten (engl. Roan = Schimmel).

Es gibt leider noch keine Bücher in Deutschland, in denen alle Farbschläge und Zeichnungen aufgeführt sind. Im Internet kann man jedoch fündig werden, z. B. auf der Website des N.F.R.S. (www.nfrs.org/varieties). Viele schöne Rattenfotos sind auch in dem (englischsprachigen) Buch von Nick Mays: "The Proper Care of Fancy Rats" zu finden.